Materialien

Irmgard Kronauer

In meinem Atelier wird mit hochwertigster Schafwolle aus regionalen Betrieben gefilzt. Die Wolle wird schadstofffrei und mit großer Sorgfalt gefärbt und gekämmt.

Wissenswertes zu Filz

Seit wann sich Menschen mit Filz umgeben, weiß niemand so genau. Vermutlich ist das Verfilzen von Rohwolle und Tierhaaren die älteste Technik der Stoffverarbeitung überhaupt. Forscher schätzen, dass die Filzeigenschaft vor 8.000 bis 10.000 Jahren entdeckt wurde.

Auch in der heutigen Zeit werden in der Mongolei noch Filzzelte verwendet. Ziehen dann die Nomaden weiter, werden die Filze eingerollt und handlich verpackt. Die Eigenschaft des Wollfilzes bewahrt die Bewohner der Filz-Jurte vor Regen und Schnee ebenso wie vor Hitze.

Es gibt viele verschiedene Wollsorten. Für die Praxis ist eine Unterteilung nach der Feinheit des Wollkleides am sinnvollsten.

  • Feine Wollen: Merinorassen, Gotlandschaf
  • Mittelfeine Wollen: schwarz- und weißköpfiges Fleischschaf, Texelschaf, Eiderschaf
  • Grobe Wollen: Milchschaf, Bergschaf, Heidschnucken

Das Merinoschaf ist heute weltweit Wolllieferant Nummer 1. Je kürzer, feiner und gekräuselter die Wolle ist, desto besser sind die Filzeigenschaften und desto schöner wird der Filz.

Rote Filzwolle

Filztechniken

Es gibt zwei verschiedene Filztechniken:

Trockenfilzen

Zum Filzen mit der Nadel braucht man nur eine Filznadel, die hat an der Spitze kleine Widerhaken. Damit werden beim Einstechen die Wollfasern mit nach unten gezogen. Beim Herausziehen dagegen sind sie widerstandslos. Durch mehrmaliges Einstechen verschlingen sich die Einzelfasern immer mehr zu einem Wollgebilde, sie verfilzen. Als Unterlage eignet sich am besten Schaumstoff oder Styropor.

Pflanzengefärbte Märchenwolle oder Merino-Schurwolle eignen sich besonders gut zum Filzen mit der Nadel.

Nassfilzen

Die zweite Möglichkeit ist Nassfilzen. Es ist immer wieder spannend, wie aus Wolle, heißem Wasser und jeder Menge Kraft ein Filz-Ball, Filz-Teppich usw. wird.

Filzwolle im Korb

Das Geheimnis lässt sich unter dem Mikroskop ergründen. Die Wollfasern wandern durch die Bewegung und verwinden und verhaken sich bei der Bearbeitung. Feuchtigkeit ist für den Filzprozess unbedingt nötig. Wird die Wolle nass, werden die Fasern abgespreizt. Für diese Reaktion genügt wenig Nässe. Durch Wärme wird der Filzprozess noch beschleunigt. Am günstigsten wird mit Wassertemperaturen gearbeitet, die für die Hand gerade noch erträglich sind (etwa 60 C, bei Kindern weniger). Wenn noch Seife dazukommt (etwa 1 EL auf 1 l Wasser) geht das Filzen noch viel besser.

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